Das Meerschweinchengebiss besteht aus insgesamt 20 Zähnen.

rot-weiße Rosette streckt sich gähnend aus dem Häuschen

Die zeig ich euch aber nicht alle ;-) Bille von Angelika, Gewinner vom Bild des Monats Januar 2008

Meerschweinchen haben ihren Zahnwechsel schon im Mutterleib. Die Milchzähne werden dort ausgebildet, wieder resorbiert und durch ein bleibendes Gebiss ersetzt.

Das Meerschweinchen besitzt je zwei Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer. Diese haben nur zur Lippe hin eine Schmelzbeschichtung. Die unbeschichteten Zahnflächen innen werden dadurch mehr abgenutzt und gleichzeitig geschärft.

Eckzähne fehlen.
Die Backenzähne stehen schräg – oben in Richtung Wange, unten in Richtung Zunge.

Schädelskelett von vorne mit einigen Knochenbezeichnungen

Kauvorgang:

Das Abbeißen und Nagen mit den Schneidezähnen erfolgt durch seitliche Unterkieferrotation, für den Kauvorgang selbst wird der Unterkiefer vor- und zurückverschoben. Dadurch wird die Nahrung sehr fein zwischen den Backenzähnen zerrieben.

Folgendes Bild zeigt die Kaubewegungen beim Zermahlen des Futters (animiert). Die Schneidezähne unten sind deutlich länger als die oberen. Sie berühren sich beim Kauen nicht.

schädelansicht von der seite mit animierten kaubewegungen

Bildquelle: www.fraumeier.org

Die Backenzähne wachsen ca. 1,5 mm, die Schneidezähne im Oberkiefer ca. 1,6 mm und im Unterkiefer ca. 1,8 mm pro Woche. Nur permanenter Zahnabrieb beim Kauen und Mahlen erhält die Zähne gesund. Dazu ist rohfaserreiche Kost unumgänglich. Das Futter muss sehr fein zerrieben werden, nur so ist auch eine gesunde Verdauung gewährleistet.

Durch den Abrieb der Zähne beim Kauen geht Zahnsubstanz verloren, die abgeschluckt wird. Sie enthält Mineralien und vor allem Calcium.

Die Dauer der Futteraufnahme sowie die Intensität des Kauvorganges sind für das Wachstum und die Abnutzung der Zähne wichtiger als die Härte der Nahrung. Harte Nagematerialien können im Gegenteil sogar Zahnfrakturen hervorrufen. Zu nennen sei hier z.B. das Nagen an Gitterstäben, sehr hartes Brot etc.

Durch die Aufnahme von Heu und Frischfutter sind die Tiere gezwungen sich lange und intensiv mit dem Kauen zu beschäftigen. Bei der Verfütterung von Körnerfutter und Pellets sind die Tiere schneller satt, kauen zu wenig und nutzen so die Zähne nicht ausreichend ab.