Der Lippengrind ist eine schorfige Veränderung an den Lippen und Mundwinkeln (fortgeschritten auch im Mund, an der Nase und im Gesicht).

lippengrind_1 lippengrind_2

Lippengrind ist ein Symptom und Ausdruck einer systemischen Allgemeinerkrankung. Meistens ist es ein Mangel an Vitamin A, C und ungesättigten Fettsäuren. Lippengrind, kann aber auch noch andere Ursachen haben.

Entstehung:

Die mit Vitaminen (Vit. C-Mangel-Dermatitis) oder mit essentiellen Fettsäuren + Pantothensäure unterversorgte oder besonders empfindlichen Haut von Meerschweinchen bekommt gerade um die Mundpartie Mikroverletzung der Lippen oder Mundschleimhäute. In diesen Rissen setzen sich Pilze oder Bakterien ab, die dann für Entzündungen sorgen und das Gewebe schädigen. Eine weitere Ursache könnte Milbenbefall sein, es soll sich bei dieser Form von Lippengrind eine spezielle Milbenart im Gaumen der Nager einnisten.

Streß und Fehlernährung begünstigen die Entstehung von Lippengrind.

Murmele streckt die Zunge raus

Gugg – bei mir ist nirgends Grind! (Bild des Monats Februar 2010 von Sabine S.)

In manchen Fällen führen Speisereste zwischen den Zähnen zu Lippengrind ähnlichen Borken. Ausgelöst durch die Zersetzungsbakterien in den Speiseresten. Dann reicht es die Speisereste zu entfernen und den Grind aufzuweichen und wie unten beschrieben zu behandeln.

Diagnose:

Durch kulturellen Erregernachweis aus Tupferproben vom eitrigem Exsudat oder Hautabstrichen läßt sich eine Keimbesiedelung nachweisen. Hauptsächlich werden in den Kulturen Staphylokokken, seltener Mikrokokken, Streptokokken, aerobe Sporenbildner (Pilze) und Hefen angefunden.

Therapie:

Man sollte den Grind erst aufweichen, z.B. durch stetiges Tupfen mit Kamillentee auf einem . Wattestäbchen. Dann entfernen und mit einer Betaisodona-Lösung o.ä. nachtupfen. Danach mit einer guten Salbe cremen (z.B. Bepanthen Augen- u. Nasensalbe oder Vitamin-A POS Augensalbe).

Das Tier sollte zusätzlich mit Fettsäuren versorgt werden. Dazu ist eine zusätzliche Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren z.B. durch ungeschälte ganze Sonnenblumenkerne oder ganze/geschrotete Leinsamenkerne wichtig. Für eine Woche lang, kann man auch täglich einen Tropfen Multibionta (in der Apotheke erhältlich)geben, dazu täglich ein wenig Sonnenblumenkerne (geschält) ins Futter und ein paar Tropfen Distelöl.

Auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C und A ist zu achten. Durch eine abwechslungsreiche Ernährung, mit vitaminhaltigem Frischfutter, wird dies gewährleistet. Wenn zusätzliche Vitamingaben erforderlich sind, dann sollte dies nicht über einen längeren Zeitraum geschehen, da eine erhöhte Vitamingabe eher schädigt als hilft.

Gönnen sie dem Tier während der Behandlung Ruhe und füttern Sie keine Äpfel oder ähnlich saure Obstsorten, denn die Fruchtsäuren steigern die Empfindlichkeit der Haut.
Überdies fördert UV-Licht den Heilungsprozess.

Quelle: Tin. B.: www.nager-info.de