Haarlinge kommen bei Meerschweinchen recht häufig vor. Man unterscheidet drei Arten ( wissenschaftl. Bezeichnungen sind Gliricola porcelli, Gyropus ovalis und Trimenopon hispidum).

Haarlinge leben im Haarkleid und sind mit bloßem Auge, noch deutlicher mit einer Lupe, erkennbar.
Bevorzugte Regionen sind vor allem der Kopf, Hals und Vorderbeine, bei starkem Befall auch andere Stellen des Körpers. Haarlinge bewegen sich schnell und sind schon deshalb deutlich zu sehen.

Haarlinge im Fell

deutlich zu sehen: Haarlinge (hier hell, sie können auch schwarz sein)

Haarlinge leben im Haarkleid und ernähren sich von Haut und Hautausscheidungen. Die Eier werden an die Haare geheftet und entwickeln sich dort zu erwachsenen Haarlingen.

Haarling unter dem Mikroskop

mikroskopische Ansicht

Die Infektion erfolgt meist bei direktem Kontakt von Tier zu Tier, ist aber auch durch Heu, kontaminierte Gegenstände oder durch den Menschen möglich.

Ein Tier mit einem intakten Immunsystem wird einen Haarlingsbefall in aller Regel symptomlos überstehen. Erst bei geschwächtem Immunstatus können hohe Befallsraten auftreten.

Diese führen zu Unruhe, starkem Juckreiz und durch vermehrtes Kratzen auch zu Kratzwunden, die Sekundärinfektionen hervorrufen können. Nicht behandelte Tiere magern ab und erkranken häufig an bakteriellen Infektionen durch die Kratzwunden.

Therapie:

Ist der Befall noch nicht ausgeprägt, reicht normalerweise z.B. Bolfo-Spray, 3x im Abstand von einer Woche. Am besten die Hände (Handschuhe) damit einreiben und dann durchs Fell verteilen, vor allem die Kopf und Halsregion.

Bei starkem Befall mit Kratzwunden sollte man Rücksprache mit dem Tierarzt halten, dieser wird dann evtl. zu stärkeren Mittels greifen (z.B. Stronghold, Frontline etc.) und auch die Wunden versorgen.

Alle Tiere des Geheges sollen mit behandelt werden. Da eine Übertragung durch den Menschen möglich ist, ist Händewaschen Pflicht ;-)

Alle Gegenstände und Aufenthaltsorte der Meerschweinchen sollen gründlich gereinigt werden.

Neuzugänge sollen gründlich untersucht werden, bevor man sie mit ins Gehege setzt.

Haarlinge sind nicht sehr widerstandfähig, deshalb ist eine Frühentdeckung und konsequente Behandlung schnell erfolgreich.