In Büchern wird oft als Grund dafür Heumangel genannt. Erfahrene Meerschweinchenhalter konnten dies dagegen ausschließen, da auch eine große Heumenge nichts an diesem Verhalten geändert hat.

Häufiger wurde beobachtet, dass Tiere zum Haareabfressen neigen, wenn sie selbst Schmerzen haben. Es gilt also in jedem Fall diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen und das Tier einem Tierarzt vorzustellen.

Die Vermutung, dass dieser unangenehmen Gewohnheit ein anderer Mangel, zum Beispiel ein Mineralstoffmangel, zugrunde liegen könnte, schien sich zuerst zu bestätigen, denn es wurde unter anderem berichtet, dass diese Haarefress-Meerschweinchen auffallend häufig den Salzleckstein benutzten, und in einem speziellen Fall das Haarefressen als Folge einer Futterumstellung auftrat.

Es stellte sich auch heraus, dass nicht in jedem Fall Mangelerscheinungen als Grund für das Haarefressen in Frage kommen, sondern dass es noch weitere Ursachen geben muss. Auch psychische Faktoren, zum Beispiel Stress, Langeweile, aber besonders auch Dominanzverhalten und erlerntes Verhalten spielen eine Rolle. Man kann beobachten, dass Babies von Haarefresserinnen, diese Angewohnheit ebenfalls übernommen haben. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass diese Jungtiere die Angewohnheit von ihren Müttern erlernt haben. Zwar verliert sich dieses Verhalten bei einigen Jungtieren wieder, wenn sie größer werden und eventuell die Gruppe wechseln, aber es gibt auch Tiere, die diese Gewohnheit Zeit ihres Lebens beibehalten.

In anderen Fällen wird Dominanzverhalten als Ursache angenommen. Es wurde beobachtet, dass dieses Verhalten ausschließlich bei dominanten Tieren auftrat. Auch als Ausdruck von Aggression (ein Tier lehnt ein Tier als Partnertier ab) käme Haarefressen vor. Auffällig ist dabei, dass die Haarefresser dann selber nie abgefressen werden.

Frieda frisst Gras

„Ich fress lieber Gras :-)“ Bild des Monats Juli 2008: Frieda von Nina

Zusammenfassend kann man sagen, dass es eine alleinige Ursache für das Haarefressen beim Meerschweinchen nicht gibt oder wir sie zumindest nicht kennen.