Auch Meerschweinchen leben gefährlich ;-)
Und vielen Haltern ist gar nicht bewusst wo überall Gefahren lauern.

Von den offensichtlichen und immer wieder in jeder Literatur erwähnten Gefahren wie freiliegende Stromkabel, Türen oder Füße bei freilaufenden Tieren, darf man die Gefahren direkt im Gehege nicht außer Acht lassen.

Um diese zu erkennen, sollte man sich das Verhalten der Schweinchen in unterschiedlichen Situationen bewusst machen.
Meerschweinchen können normal gehen, sie können rennen und auch mal springen, klettern tun sie nicht so gerne, machen es aber auch, wenn Futter nur so erreicht werden kann. Sie rutschen Rampen herunter, wenn diese es vom Bodenbelag zulassen oder sie rennen dieselbige herauf und herunter.
Normalerweise passiert hier nichts, normalerweise.

Nun gehen Schweinchen aber nicht den ganzen Tag ruhig und friedlich von einer Ecke zur anderen und weichen jedem Hindernis bewusst und ruhig aus.
Ein lauter Knall, ein Schlüssel, der herunter fällt, ein Schweinchen, das plötzlich am Hinterteil zu Gange ist, Autohupen, Fernsehgeräusche und und und – das alles kann Meerschweinchen zu panikartiger Flucht verleiten.
Und wenn sie flüchten, dann springen sie nach vorn. Das tun sie immer! Sie suchen nach Sicherheit und das nicht hinter ihnen sondern immer vor ihrer Nase. Sie wollen weg und das schnell, der erste Sprung geht immer vorwärts. Egal wo sie stehen oder liegen, Hauptsache von der freien Fläche weg. Weg aus der Gefahrenzone.
Meerschweinchen sind wie kleine Kinder. Ist ihr Kopf in Sicherheit, sehen sie keine Gefahr mehr, dann werden auch sie nicht gesehen ;-)

Stehen sie vor einem Häuschen, dann rennen sie da hinein, stehen sie vor einem Heuhaufen, dann springen sie dort hin, ebenso würden sie in eine Heuraufe springen, die Rampe hoch oder runter stieben, sich zwischen Steine quetschen, auf andere Schweinchen springen – sich unter andere Schweinchen quetschen – egal, Hauptsache weg.
Und hier gibt es einige tödliche Fallen wie z.B.:
Häuschen mit Fenstern: Der Kopf passt noch durch, der Körper evtl. nicht mehr. Das Schweinchen merkt es zu spät, gerät in Panik und wird, wenn ihm nicht schnell geholfen werden kann, sterben.
Heunetze: Das gleiche Szenario. Durch die Panik wird sich das Schweinchen noch mehr verheddern und strangulieren. Todesgefahr!
Sämtliche Hohlräume, in die sie sich auch kopfüber manövrieren können, werden zur tödlichen Falle, wenn das Schwein darin stecken bleibt.

Verletzungsgefahren drohen bei Heu- oder Futterkugeln, die Querstreben haben. Die Schweinchen können mit den Krallen hängen bleiben.
Querleisten auf Rampen können bei fluchtartigen Sprints auch schon mal zum Hindernis werden und Füßchen verstauchen.

Offensichtliche Gefahren wie heraus stehende Kanten, Haken und Ecken in Augenhöhe, Sturzgefahr von Ebenen, die schlichtweg zu hoch sind oder nicht gesichert, Krallen, die in Schlaufen von Teppichen hängen bleiben. Mobiliar, das auf andere Schweinchen fallen könnte, weil mal wieder ein Innenarchitekten-Schweinchen am Werk ist, das sollte jedem Halter ins Auge springen. Darauf sollte er selbstverständlich achten.

Denken sie daran, wenn sie ein Gehege einrichten. Nicht der Mensch muss es in erster Linie schön finden, sondern die Schweinchen sollten gefahrlos und ihren Bedürfnissen entsprechend sich darin wohlfühlen.

(Oktober 2012)