Meerschweinchen - Waisenkinder

... oder Meerschweinchenkinder, die von der Mutter nicht angenommen werden

Es liegt in der Natur der Tiere, dass Meerschweinchenmütter instinktiv merken, ob ihre Jungen überlebensfähig sind oder nicht. Im allgemeinen kann man davon ausgehen, dass vernachlässigte Jungen auch durch den Eingiff des Menschen nicht überleben. Meerschweinchenmütter, die ihre Jungen vernachlässigen, müssen unbedingt einem erfahrenen Züchter oder einem Tierartzt vorgestellt werden, um die Milch aus den Zitzen auszustreichen, da sich unweigerlich ein schmerzhafter Milchstau bilden wird, bei dem das Muttertier eingehen kann.

Zuerst sollte man versuchen, so schnell wie möglich eine Amme für die Meerschweinchenbabys zu finden. Ist das nicht möglich, müssen die Babys von Hand aufgezogen werden. Es sind leider nur sehr wenige Berichte bekannt, in denen die Babys ohne Mutter überlebten.

Vorgehensweise:

Milupa Heilnahrung mit einer nadellosen Spritze füttern. Soviel sie mögen oder zumindest 20 ml/Tag.
Am Anfang (die ersten 5-8 Tage) kann man ruhig auch öfter füttern, alle 30-40 Minuten. Auch nachts !(In Ausnahmefällen nimmt das Kleine die Heilnahrung auch selbständig aus einem flachen Schüsselchen auf.)

zwei Meerschweinchen nehmen freiwillig ihre Päppelspritzen
Maja-Rike und Patty von Iris
Siegerbild des Monats Juli 2007

Die ersten paar Mal muss man häufig öfter füttern, bis das Baby die Ersatzmilch annimmt. Sobald es die Milch akzeptiert haben, geht es gut. Dann sollte man auch darauf achten nicht zuviel auf einmal zu geben, da sich das Baby verschlucken kann und die Milch in die Lunge geraten kann. Es hat hat sich z.B. bewährt, wegen der Futterumstellung, am Anfang 1 Tropfen Sab Simplex in die Milch zu geben, damit sich keine Gase im Magen bilden, welche zusätzlich ein falsches Vollegefühl erzeugen.

Ganz feinen Alete-Karottenbrei mit einer nadellosen Spritze füttern (es steht auf dem Glas, ab wann der Brei für Babys geeignet ist, man nimmt den, den Babys als erstes essen dürfen). Alternativ eine Schmelzflocken / Wasser Pampe. Nach 3-4 Tagen dann evtl. auch Banane und anderen Brei.

Wichtig!
Nach dem Füttern die Aftergegend der Kleinen mit einem sauberen Tuch (Toiletten- oder Küchenrollenpapier) sanft massieren, bis Urin und/oder Kot kommt !

Den Vater oder ein anderes Weibchen (am besten jung) dazusetzen. Die Babys fressen dann die Ausscheidungen der erwachsenen Tiere (B-Vitamine), können sich unter deren Bauch wärmen und fressen auch bei ihnen mit um zu lernen, was man fressen darf/kann.

Wenn kein erwachsenes Tier vorhanden ist, sollte man die Kleinen evtl. unter Rotlicht setzen oder eine Wärmflasche in ein Tuch einwickeln und diese zum Wärmen in den Käfig legen. Allerdings muss man diese alle 1-2 Stunden neu füllen.

 

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