Schwangerschaftsvergiftung

Schwangerschaftsvergiftung (=Trächtigkeitstoxikose) tritt am Ende der Trächtigkeit oder (seltener) 3-4 Tage nach der Geburt auf. Diese Krankheit beruht auf Stoffwechselentgleisungen in Zeiten mit besonders hohem Glucose- und Calciumbedarf. Die Leber ist verfettet und kann dadurch das Blut nicht mehr richtig entgiften. Meist sind die Ursachen Haltungs- oder Fütterungsfehler in der Hochträchtigkeitsphase oder kurz nach der Geburt.

Risikofaktoren für eine Trächtigkeitstoxikose sind:

Bewegungsmangel bei Verabreichung energie- und eiweißreicher Kost (viel Körnerfutter).

Muttertiere, die mehr als 1100g wiegen, wenn sie zum Bock kommen.

Stressfaktoren wie Futterumstellung, Aufregungen, Futterverweigerung, fehlende Rückzugsmöglichkeiten.

Vitamin C - Mangel (der Vitamin C-Bedarf ist im letzten Drittel der Trächtigkeit besonders hoch).

Nahrungsmangel, ungenügende Energiezufuhr (etwa bei vorwiegender Heu- und Grünfuetterung)

Vorbeugung:

Weibchen sollten nicht zu fett sein vor der Trächtigkeit.
Wenig Körnerfutter.
Keine plötzliche Futterumstellung während der Trächtigkeit.
Auf ausreichende Vitaminzufuhr achten.

Wie bemerkt man eine Trächtigkeitstoxikose?

Das erste Symptom ist eine hohe Gewichtsabnahme (50-100g/Woche) zu Zeiten, in denen das Weibchen eigentlich kräftig zunehmen sollte (ab der 7.Woche). Zu diesem Zeitpunkt hat man noch eine Chance, das Muttertier zu retten, treten erst die ersten sichtbaren Symptome auf, ist es zu 99% zu spät.
Vor der Geburt stellen die Meerschweinchen das Essen und Trinken ein, sitzen mit gesträubten Fell und völlig teilnahmslos in einer Ecke des Käfigs.
Wenn man Glück hat, werfen sie noch vor ihrem Tod ihre Babys. Oft sind diese aber schon im Mutterleib abgestorben. Die seltene Art der Toxikose tritt erst nach der Geburt auf:
Deshalb wird empfohlen, ab der 7. Woche 2 x pro Woche zu wiegen. Stellt man hierbei einen hohen Gewichtsverlust fest (20g sind normal, wenn es danach wieder aufwärts geht. Auch kurz vor der Geburt sind 20-30g Gewichtsabnahme normal, sofern sich das Weibchen wie immer verhält), beginnt man mit der Behandlung.

Behandlung: Sobald ein trächtiges Meerschweinchen mit gesträubtem Nackenfell (!) im Käfig sitzt, sollte man den TA auf Lectade oder Frubiase Calcium T ansprechen.

Man gibt über einen Tag verteilt 5 ml Frubiase Calcium T, sowie 1 x täglich 6 Tropfen Lycopocium D 6 oral ein. Beides gibt man bis die Babys eine Woche alt sind. Und keine Angst: Es schadet weder dem Muttertier noch den Babys.

Eine andere Möglichkeit, ist die Verabreichung einer Lectade-Mischung.

Lectade: Lectade ist eine Elektrolyt-Glukose-Lösung in Pulverform, die man angemischt den Meeris gibt, wenn sie in eine Toxikose, egal welcher Form, rutschen. Man bekommt es in der Apotheke auf Bestellung. Der Dringlichkeit wegen auch über einen Tierarzt, der Notdienst hat. Lectade wird in der Spritze oral verabreicht. Lectade kann man ab der 7. Schwangerschaftswoche, bis 1 Woche nach der Geburt geben. Man bereitet 1/8 l und gibt ungefähr 2 - 3 x am Tag eine 2ml-Spritze voll.

Mischverhältnis: Beide Beutel auf 1 Liter warmes Wasser! Auf dem Beutel steht 2 l, das ist aber zu dünn für Meeris. Falls solche Mittel nicht zu bekommen sind, kann man mit Glucose oder Dextrose (Traubenzucker) die Behandlung überbrücken.

Ressourcen zum Thema:

METTE THE VETTE - SHE'LL MAKE YOUR PIGS BETTER! by Mette Lybeck Ruelokke (Mette the Vette) unter: www.oginet.com/Cavies/ccvet.htm (englisch)

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