Kann man Meerschweinchen ganzjährig draußen halten?

Ja, das ist möglich!
Bei den Ställen ist es wichtig, daß sie stabil und wetterfest sind. Bei Winterhaltung sind gut isolierte Schlafstätten ein Muss. Die beste Isolierung erreicht man mit Holz-Styropor-Holz. Trotz der Isolierung muss die zugfreie Belüftung gewährleistet sein, denn Meerschweinchen vertragen zwar Kälte, aber keine Feuchtigkeit! Dann braucht das MS jeden Tag Heu bis zum Deckel ihrer Schlafkiste. Heu schmeckt nicht nur gut, sondern wärmt auch vorzüglich.

Absicherung:
Das Meerschweinchengehege sollte gut gegen Katzen, Marder, Ratten, Raubvögel und Hunde etc. gesichert sein. Ausgewachsene gesunde MS sind eigentlich nicht die bevorzugte „Beutegröße“ einer Katze und haben in geeignetem Gelände wenig zu befürchten. Jungtiere sollten in den ersten Lebenstagen keine Möglichkeit haben ein solches Gehege zu erreichen. Sie sind ideale „Katzenopfer“.

Dipsy beim Naschen am Petersilientopf

Ich brauch kein „Draußen“ – hier wächst doch alles ;-) Dipsy beim Petersilie-Naschen v. Joana, Bild des Monats Februar 2008

Gestaltung:

Die Zaunhöhe für ein Außengehege sollte mindestens 40 cm betragen. Bis zu 10 cm des Zauns sollten man im Boden vergraben. Normalerweise graben, springen und klettern Meeries nicht, aber man sollte auf Nummer sicher gehen. Es muß reichlich Schattenfläche vorhanden sein. Meerschweinchen fühlen sich bei 16 – 22°C wohl. Höhere Temperaturen verbringen sie an kühlen schattigen Stellen. MS können leicht einen Hitzschlag bekommen, deswegen sollen MS niemals in Gehegen sitzen, wo sie der prallen Sonne schutzlos ausgeliefert sind!

Krankheiten:

Tiere in Außenhaltung werden mehr mit Parasiten Kontakt haben als bei Innenhaltung. Es wurde die Erfahrung gemacht, dass MS mit einem bestimmten „Level“ an Parasiten durchaus selbst fertig werden. Dies hängt aber zu einem großen Teil von der gesundheitlichen Verfassung allgemein und dem Immunsystem ab.

Verhalten:

Außenhaltungstiere können extrem verwildern. Man muss sich bewusst sein, dass „Außen-Meeries“ eine große Scheu gegenüber Menschen entwickeln können, vor allem, wenn Kinder im Garten sind. Einige MS lassen sich aus der Hand füttern, aber fangen keinesfalls freiwillig. Das Wichtigste ist, dass man besonders darauf achtet, ob die Tiere gesund sind. MS verbergen Krankheiten so weit sie können. Im Haus merkt man u.U. schneller, wenn das Tier sich auffällig verhält. Bei Außenhaltung ist deshalb tägliche Kontrolle nötig.

Umsetzung nach „draußen“:

Die beste Zeit, um ein Meerschweinchen nach draußen umzusiedeln, ist im Frühjahr, wenn die ersten warmen Tage anstehen und es keine Nachtfröste mehr gibt. Mitte bis Ende Mai ist dies eigentlich in ganz Deutschland der Fall. Man kann Meerschweinchen auch im Herbst oder in milden Wintern noch nach draußen umsiedeln. Hierfür benötigt man dann aber „Zwischenstationen“ wie Dachboden, Garage oder Gartenhütten. Wenn die Tiere alle 2-3 Tage einer weiteren moderaten Temperaturabsenkung ausgesetzt werden, fressen sie sich den nötigen wärmenden Speck auch dann noch an. Hierfür müssen die Tiere aber absolut fit und gesund sein.

Quelle:
www.cavy-forest.de